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12 Points go to Ostdeutschland

15.02.08 Favoriten können Anforderungen nicht gerecht werden, denn ein großer Name ist nicht alles

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Stefan Raab hat geladen und sie kommen alle – zum Bundesvision Song Contest 2008 nach Hannover. Bekannte Größen des Musikbusiness, die sich bereits in den Charts etabliert haben. Sportfreunde Stiller und Culcha Candela sind dem jugendlichen Durchschnittszuschauer ein Begriff und gelten dementsprechend als Favoriten.

Das musikalische Treiben durch Deutschland beginnt in Hamburg. Dort feiert sich das Bo mit einem mäßigen Mix aus "Ohne dich" von der Münchner Freiheit und seinem altbewährten Hit "Türlich, türlich" selbst. Es folgt von allem ein bisschen – Neue Deutsche Welle, Pop-Punk, Reggae, Darkrock und Schmusepop. Dabei scheinen Künstler wie Laith Al-Deen oder Clueso zielgerichtet das verliebte Herz aller Valentinstags-Infizierten zu treffen. Andere, wie Madsen, Peilomat oder die Sporties setzen auf Humor.

Bei der anschließenden Punktevergabe aller Bundesländer wird schnell klar, dass die Favoriten auf der Strecke bleiben. Die Sympathien landen bei den Künstlern der neuen Bundesländer. Und so gewinnen die Brandenburger Subway to Sally mit ihrem Seefahrerlied "Auf Kiel", die sich selbst als eine "alte Ehe" bezeichnen und seit nunmehr 18 Jahren ihrem Stil treu bleiben – mit Erfolg. Clueso aus Thüringen, Down Below aus Sachsen-Anhalt und Jennifer Rostock aus Mecklenburg-Vorpommern reihen sich unmittelbar hinter ihnen ein. Nur Sachsen und die angetretene Far East Band landen auf dem letzten Platz. Doch das kommt nicht so überraschend wie der zehnte Platz für Bayern und ihre Sportfreunde Stiller und der siebte Platz für die "coolen Säue" Culcha Candela, die wohl ab sofort ewig im Schatten ihres "Sommerhits" stehen werden. (Kleines mathematisches Schmankerl: Die sieben Mitglieder von Culcha Candela sind auf Platz sieben gelandet. Wenn also einer von ihnen alleine aufgetreten wäre, wäre er erster geworden!)

Und so hetzen wir nicht wie der Spiegel über Ungerechtigkeiten zwischen Ost und West und zielgerichtetes Punkteverteilen, sondern freuen uns, dass mal nicht die gewonnen haben, von denen es jeder gedacht hätte.

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