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Der Dorn im Auge

17.03.08 Punk - Made in GDR

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myoon: Der Dorn im Auge

Punk in der DDR zu sein bedeutete ein Leben jenseits des Parteibuches.
Keine Krönung von Jacobs, kein Benz, keine Zukunft und
erst recht keinen Bock auf die Parolen des Arbeiter-und Bauernstaates.

Und so wirkten in den frühen 80er Jahren die ersten Ostpunks wie Aliens.
Mit ihren Aussehen und ihrer als "asoziales Verhalten" gebrandmakten Lebenseinstellung legten sie sich unweigerlich mit dem Regime an.
Sie wurden verfolgt, ins Gefängnis gesteckt oder vom allgegenwärtigen Sicherheitsappart unter Druck gesetzt und als Spitzel mißbraucht.

Und trotzdem spielten Bands wie Feeling B, Die Skeptiker, Wutanfall
oder Sandow in Hinterhöfen oder in Kellern.
Und mit ihnen pogte die andere Jugend gegen die real existierenden
Tatsachen.

Too Much Future versteht sich als eine
"Art Antriebswelle von Initiativen, die sich mit Subkultur,
speziell mit Punk und seinen Folgen in der DDR beschäftigen."

Bis zum 30.3. kann man sich die Austellung
Too Much Future – Punk in der DDR in Halle anschauen.

Stadtmuseum Halle
Grosse Märkterstrasse 10
06106 Halle (Saale)
Tel:0345/2213030

mehr Infos zu dieser Austtellung. halle.toomuchfuture.de

Infos zu Too Much Future. toomuchfuture.de

Feeling B – Langeweile

Für diese Antihaltung, die Feling B auf ironische Weise besingt,
findet die Leipziger Ostpunkband Wutanfall drastische Worte.
Sprach das DDR Regime von Leipzig als zukunftsweisende Messestadt
und Pfeiler des Industriedreiecks Halle – Dessau – Leipzig,
so werden hier die Narben des Sozialismus offengelegt.

Die Heilung in diesem Fall: Anarchie.
"Leipzig in Trümmern" war auch ein Stück Realität.
Daß was man sah und nicht sehen wollte.

Wutanfall – Leipzig in Trümmern (1981)

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