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Der Buhmann heißt Musikindustrie

09.04.08 Gesetz zur Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums

von   kommentieren

Am 11. April soll im Bundestag über den Gesetzesentwurf abgestimmt werden. Sollte dieser bewilligt werden, könnte die Musikindustrie zum Beispiel Daten von Tauschbörsennutzern direkt beim Provider abfragen, ohne den gewohnten Weg über den Staatsanwalt zu gehen.

Noch vor kurzem konnte man Mut schöpfen. Die Staatsanwaltschaften Wuppertal und Duisburg verweigerten Anfang des Monats die Aufnahme von Ermittlungen für die Musikindustrie. Die Hilfsbereitschaft schien zu schwinden, gerade weil diese Verfahren den Staat viel Geld kosten und letztlich nur der Industrie nützen.

Nun kommt nach der Anfang des Jahres eingeführten Vorratsdatenspeicherung dieser Gesetzesentwurf und die damit verbundene Möglichkeit jede noch so kleine Rechtsverletzung zu verfolgen und an die persönlichen Daten (die uns ja eben dank der Vorratsdatenspeicherung lange erhalten bleiben) des Rechtsbrechers zu gelangen.

In den verschiedensten Blogs wird sich nun darüber ausgekotzt. Zu Recht!
Robert Basic spricht von Denunziantentum und überlegt, ob man Gegendruck auf die Provider ausüben kann. Die Idee scheint nicht schlecht, sind wohl die Provider von allen drei Beteiligten die angreifbarsten.
Andere rufen zu politischem Aktionismusmus auf oder verlieren komplett die Lust auf Musikhören.

Und da wären wir mal wieder bei der Krise der Musikindustrie. Wir warten weiter auf konstruktive Vorschläge und ein wenig Innovation anstelle Brechstange.

Warum wird nicht mal mit den Blogs und den Kunden diskutiert. Wir sehen bei unseren täglichen Analysen unserer Zugriffszahlen doch, dass Ihr da seid und in die Szene lugt. Warum werden die heiligen Schranken nicht mal geöffnet und wir, eure lieben Kunden können mal gemeinsam mit Euch überlegen wie wir Euer selbstverschuldetes Desaster wieder hinbiegen.

via www.golem.de

via www.basicthinking.de

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