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Friede – Freude – Jugendbewegung

11.04.08 Tanith spricht Klartext

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Jede Woche kann man auf Tanithblog Vorschläge für das Thema der Woche einbringen und es ist für mich jedes mal spannend welches Thema im Poll gewinnt. Diesmal bearbeitete Tanith das Thema Techno Kultur – nur eine Jugendbewegung oder Grundeinstellung für das ganze Leben.

Hui hatte ich gedacht, das kann eine lange Abhandlung werden. Darüber würden andere ganze Bücher füllen, in Erinnerungen schwelgen und die guten Anfangsjahre heraufbeschwören.

In den 90er Jahren wurden die Raver als Blumenkinder der Neuzeit betitelt, die "Raving Society" wurde eingeläutet und der Rock für tot erklärt. Doch war das wirklich eine Bewegung oder doch nur eine Vermarktungsstrategie?

Tanith bringt es auf den Punkt.

"Für eine Bewegung fehlt einfach mal der gemeinsame Nenner, da würden dann ja verbindliche Regeln und Ziele zur Verfügung stehen und das tut es ja beileibe nicht. Zu Techno tanzt der Jungunternehmer genauso wie der Hartz IV Empfänger, der eine nimmt Drogen und wählt CDU, der andere ist vielleicht Straight Edge und wählt gar nicht, so gesehen fehlt mir bei Techno definitiv ein Jugendbewegungscharakter".

Somit sticht er eine Nadel in die Blase namens Friede-Freude- Eierkuchen Generation. Was wollte man denn, als man jährlich nach Berlin fuhr. Ein ganzes Wochenende ausgelassen durchfeiern. Das war nunmal der kleinste und meistens einzige gemeinsame Nenner. Feiern und Punkt. Techno war das Mittel zum Zweck und ausgerufenen Slogans grenzten ja beinahe schon an Idiotie. Das nahm man so ernst wie Dr. Mottos bekloppte Abschlußreden. Der sollte seine Fresse halten und der Bass sollte wieder einsetzten. Hier ging es nicht um Ideen, Diskussionen oder Lebenseinstellungen.

Ob konsumgeil oder konsumkritisch – Techno kriegt es bis heute noch recht gut hin, einen Typen in Second Hand Klamotten neben einem Fashion-Victim tanzen zu lassen. Die Technoszene war und ist wohl die vielfältigste Szene, die ohne verbindliche Regeln und Ziele noch immer aus einer Nacht eine schöne und vor allem lange Nacht machen kann. Das ist nur zu begrüssen und beweist mir wie unpolitisch das Ganze ist.

"… das Leben ist kein Tanzlokal und für Religionsersatz gibt’s bessere und ergiebigere Quellen."

Ich wünsch mir mehr von diesen aufklärerischen Gedanken.

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