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So klingelt es im Sparschwein!?

15.07.08

von   kommentieren

Über das Schaffen und Geldverdienen in der Musikindustrie wird in letzter Zeit viel diskutiert. Immer wieder schwirrt das Wort Krise oder Untergang durch den Raum. Dabei wurden längst neue und lukrative Wege der Vermarktung gefunden.

Anfang des Jahres wurde auf der Musik-Messe Midem die Zukunft der Musikindustrie zum Thema Nummer Eins erklärt. Auf ein inoffizielles Motto konnte man sich auch einigen – Alles ist möglich. Und frei nach diesem Motto suchen sich verschiedene Künstler neue Wege der eigenen Vermarktung.

So entschied sich Madonna ihren Deal mit Warner Music gegen einen mit dem Konzertveranstalter Live Nation einzutauschen, der sich neben Konzertauftritten auch um die CD-Releases, das gesamte Merchandise und ihre Präsenz in Filmen und im Internet kümmert.

Das Konzept Plattenfirma wird also zunehmend hinfällig.

Dafür spricht auch der Fakt, dass die Einnahmen auf CD-Verkäufen nicht mehr an erster Stelle stehen. Ein guter Gig, zig verkaufte Shirts und Poster und eine wachsende Fangemeinde sind definitiv gewinnbringender. Dadurch gilt die CD vielmehr als Material für den Auftritt oder als Eintrittskarte in die Charts.

Und so muss man sich nicht wundern, dass einige Künstler anfangen ihre Musik zu verschenken. Prince liefert sein neuestes Werk als Zeitungsbeilage und auch Radiohead liefern mit ihrem Bezahl-was-du-willst-Prinzip im Internet ein treffendes Beispiel.

Und der Plan geht auf. Wer braucht dann noch eine Plattenfirma? Die Kompetenzen verschieben sich. Und so wird die Dessous-Firma im Fall der Spice Girls oder der Lieblings-Coffee-Shop von nebenan im Fall von Paul McCartney zum neuen Musiklieferant.

Oder man nimmt sein Schicksal generell selbst in die Hand. Viele Bands gründen ihr eigenes Label, um somit selbst den Ton anzugeben. Oder sie lassen sich, wie aktuell die Einstürzenden Neubauten, ganz ohne Plattenfirma die Produktionskosten für ein Album von den Fans finanzieren, um sie dann mit speziellen Luxus-Editionen zu belohnen.

Andere wiederum vermarkten sich gekonnt im Internet. Die Liste der Bands, die vorrangig über das Internet an Bekanntheit erlangt haben, ist lang. Immer beliebter werden zum Beispiel MySpace-Geheimkonzerte, bei denen sich die Freunde oder auch Fans so exklusiv fühlen, dass sie den Bands treu zum Ruhm und zum entsprechenden Umsatz verhelfen.

Die Möglichkeiten sich selbst in Szene zu setzen und so die eigene Geldbörse zu füllen sind grenzenlos. Lang schon führt der Weg dabei nicht mehr unmittelbar an der Tür einer Plattenfirma vorbei.

LINKS:

www.spiegel.de

www.zeit.de

www.arte.tv

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