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Norwegen sagt “nei” zu iTunes-DRM

01.10.08 EU-Länder erhöhen Druck

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myoon: Norwegen sagt “nei” zu iTunes-DRM

“Ein Verbraucher hat das Recht, digitale Inhalte, die er im Internet gekauft hat, auf einem Abspielgerät seiner Wahl zu nutzen”, meint der norwegische Verbraucherschutzminister Björn Erik Thon.
Nach norwegischem Recht ist es nicht zulässig, dass Apple Musiktitel über iTunes mit einem DRM-Schutz vertreibt, der es Usern (fast) unmöglich die Songs auf ein anderes Abspielgerät, außer dem iPod, zu übertragen.

Deshalb hat Thon nun Beschwerde bei der Marktaufsicht eingelegt, die Apple bis November Zeit für eine Stellungnahme einräumt. Die Norweger hatten Apple schon einmal auf den Verstoß hingewiesen und bis zum Oktober 2007 eine Deadline gesetzt. Dass es jetzt erst zu neuem Druck kommt, hat wohl damit zu tun, dass in der Zwischenzeit neue Gespräche geführt wurden. An selbigen beteiligten sich in Berlin auch andere Länder der Europäischen Union, wie Finnland und Dänemark, aber auch Frankreich und Deutschland.

Dabei hatte Apple den Verbraucherschützern versichert, in Zukunft DRM-freie Musik verkaufen zu wollen. Bekanntlich besteht aber weiterhin mehr als die Hälfte aller angebotenen Titel aus einem Digital Rights Management-Format.

Ob sich nun etwas ändern wird ist fraglich. Zumindest nicht auf schnellem Wege. iTunes stockt zwar DRM-freie Titel mehr und mehr auf, aber bis man hier gerade auch die neusten Songs ohne Schutz anbieten kann – gerade die Mainstream-Hits der Majors – wird es noch lange dauern. Ein Vorstoß Frankreichs scheiterte bereits 2006.

Ich finde es persönlich schon fast unfair nur gegen iTunes zu vorzugehen, auch wenn es richtig ist.
90% aller anderen Digital Music Anbieter vertreiben ausschließlich mit DRM. Allen voran Deutschlands zweitgrößter Store Musicload.

via Golem & CNET
Foto von tanals.

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