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jazzdrummerworld.com

03.10.08 ein aufstrebendes Musik-Blog

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jazzdrummerworld.com ist ein aufstrebendes Musik-Blog des Schweizers David Kobrehel. Wir haben mit ihm über sein Projekt, das Leben als Jazz-Musiker und die Musikbranche gesprochen.

myoon: Wie läuft der Blog?
David Kobrehel: Der Blog läuft soweit gut. Es braucht noch Zeit bis mehr Leute darauf aufmerksam werden. Aber ich mache viel Werbung und bekomme viel positives Feedback von Musikern und auch Labels, welche mir auch fleisßig neue CD Produktionen zusenden, welche ich vorstelle. Es gibt immer viel zu tun und jeden Monat läuft jazzdrummerworld besser.

Seit wann bist du online?
Mit der Plattform jazzdrummerworld.com bin ich seit 2005 online. Wobei ich sagen muss, dass es am Anfang ganz anders aussah. Im 2005 war das ganze noch im Aufbau, Ideen wurden gesammelt und ein Konzept festgelegt. Richtig gestartet mit einem Online Magazin für Drummer habe ich erst so Mitte 2007. Seit Anfang 2008 ist zudem ein neues Design aufgeschaltet.

Aber du scheinst noch etwas entfernt davon zu sein, Geld mit dem Blog zu verdienen, oder?
Ja, bevor ich mit jazzdrummerworld Geld verdienen kann, dauert es noch sicherlich einige Zeit. Zwar habe ich angefangen, nun auch Werbeflächen anzubieten – was gerade für Musikfirmen attraktiv ist, da sie so gezielt Werbung für Drummer machen können. Das ist aber alles noch im Aufbau. Ich denke, jetzt ist es einmal wichtig, genug Besucher für die Seite zu gewinnen, welche sich auch aktiv an der Plattform, durch kommentieren usw. beteiligen. Es wäre natürlich toll, wenn ich eines Tages meinen Lebensunterhalt mit jazzdrummerworld bestreiten könnte, zumindest einen Teil. Da ich auch noch als Freischaffender Schlagzeuger tätig bin, habe ich auch dort eine Einnnahmequelle. Meine Vision mit jazzdrummerworld.com ist, ein einzigartiges Online Magazin anzubieten, welches viel zu bieten hat. Und da ich die ganze Plattform alleine betreibe, zur Zeit zumindest, muss ich auch schauen, was ich alles machen kann. Es muss Schritt für Schritt gemacht werden, und es braucht Zeit. Aber ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg und die vielen positiven Feedbacks, helfen das man einfach weitermacht. Denn es macht mir auch viel Spass diese Plattform zu betreiben.

Erzähl uns doch, wie du auf die Idee gekommen bist.
Also zur Idee dieser Plattform bin ich 2005 gekommen, als ich an der SAE Zürich eine zusätzliche Ausbildung gemacht habe, als Creative Media Director. Ich hatte die Idee eine Plattform zu schaffen, wo Musiker bzw. Drummer viele Infos rund um Drums, Produkneuheiten, neue CD’s, neue DVD’s und vieles mehr erhalten. Das die Plattform jazzdrummerworld heisst, liegt daran, dass ich leidenschaftlicher Jazzmusiker bin und auch dort der Fokus für die Plattform liegt. Ich möchte den Jazz aktiv fördern und unterstützen, vor allem in der Schweiz, aber auch aus anderen Ländern. Aber eben nicht nur dort, dass ist ein Schwerpunkt von jazzdrummerworld. Aber es werden sämtliche Drummer aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen angesprochen. Wichtig ist für mich, dass die Plattform immer aktuell bleibt und genug zum lesen da ist.

Was machst du als Musiker?
Ich bin aktiv als Musiker tätig. Ich habe an der Musikhochschule Luzern und an der Swiss Jazz School Bern studiert und seitdem habe ich auch in den unterschiedlichsten Formationen gespielt. Heute arbeite ich als freischaffender Drummer mit verschiedenen Bands, im Bereich Jazz, Funk, Blues und mal auch Popmusik. Zudem bin ich auch als Studiomusiker tätig. Da ich selber aktiv bin, bekomme ich viel mit rund um das Business mit, was auch für jazzdrummerworld von Vorteil ist. Zudem werde ich auch von diversen Firmen unterstützt. Ich teste unterschiedlichste Produkte und schreibe darüber bei jazzdrummerworld.

Wie ist die aktuelle Situation auf dem Musikmarkt?
Ich denke momentan ist ein Umbruch in der Musikbranche. Man weiß eigentlich nicht so recht, was kommen wird. Das Internet hat viel geholfen für Musiker, aber viel Negatives ist eben auch daraus entstanden. Die ganzen Geschichten mit den Musik Download, sei es legal oder illegal. Dies hat vieles verändert. Und ich denke heute spielt sich einfach vieles im Internet ab. Vielen Musikern ist das aber immer noch nicht bewusst. Viele Musiker haben ja auch damit begonnen ihre Musik auf eigene Faust zu vermarkten, weil sie einfach nicht mehr unbedingt an ein Label gebunden sein möchten. Dies hat auch damit zu tun, dass die Musikbranche sehr angeschlagen ist. Die CD-Verkäufe gehen zurück, wobei es im Jazz eher noch gut darum steht, weil hier ganz andere Menschen dahinter stecken. Jazz ist eine Musik, welche es heute eher noch gut geht. Denn die Alben sind bei vielen Liebhaber und Sammlerstücke. Und Jazzmusik auf MP3 ist nicht vergleichbar mit einer CD Produktion. Was die Musiker angeht, denke ich, dass in Zukunft, jeder Musiker anders sein Geld verdienen wird und nicht mehr primär durch CD Verkäufe, sondern durch Konzerte usw.! Mit dieser ganzen Thematik beschäftige ich mich auch immer wieder auf jazzdrummerworld und verfolge die Geschehnisse in der Branche.

Bist du gegen GEMA, DRM und jegliche Beschränkungen?
Bezüglich GEMA, DRM usw. kann ich nur sagen, es gibt sicherlich Dinge, die dafür sprechen und anderes wiederum dagegen. Hier in der Schweiz haben wir die SUISA. Das ist dasgleiche wie in Deutschland die GEMA. Dies finde ich nicht schlecht. Ich finde es ist gut, wenn Musiker Ihre Werke anmelden können und so einen gewissen Schutz bekommen. Denn Musiker müssen auch von irgendetwas leben, dass ist zwar nur ein kleiner Teil, aber immerhin. Bezüglich DRM kann man nur sagen, dass sich die Branche Möglichkeiten erschaffen möchte um Werke usw. besser zu schützen. Aber ich denke, man kann hier das ganze auch zu weit treiben. Ich bin nicht so ein grosser Fan, von solchen Schutzmechanismen. Wie sich das ganze entwickeln wird in Zukunft ist sicherlich spannend.

Was sollte sich in der Branche ändern?
Ich denke oftmals geht es einfach nur noch ums Business, die Musik an sich wird vergessen. Aber in wie weit man Veränderungen in der Musikbranche vornehmen kann, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Musik ist für viele einfach etwas das Konsumiert wird. Es gehört einfach dazu, überall läuft im Hintergrund Musik, es ist bestandteil eines jeden Menschen. Und mit dem Internet haben sich viele Türen geöffnet, um schnell an die Musik zu kommen. Wieso in den Laden gehen und ein ganzes Album kaufen, wenn man es auch im Internet ziehen kann? So denken die meisten und das hat auch die Branche geschädigt. Dennoch sind gerade legale Download Stores sicherlich gut und auch nützlich. Ich denke neue Ideen müssten her, denn wie schon erwähnt, Musiker werden andere Wege finden und auch finden müssen, um zu überleben. Es sind ja nicht nur die CD Verkäufe, welche zurückgegangen sind, auch Musik Festivals, Events usw. wo Musik im Vordergrund steht, auch dort hat man zu kämpfen. Es steht viel Veränderung in der Branche an und ich denke wir befinden uns mittendrin. In einigen Jahren werden wir sehen, welche Ideen was gebracht haben und welche nicht. Aber es muss sicherlich etwas geschehen, damit sich die Situation verändert.

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