Instrumental

All You Can Listen

03.11.08 MP3-Download-Abos fürs Handy

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myoon: All You Can Listen

Für unsere europäischen Nachbarn ergeben sich momentan ganz neue Möglichkeiten legal an Musik zu kommen.
Statt – wie z.B. bei iTunes – nur pro Titel oder Album zu bezahlen, setzen sich zur Zeit die “all-you-can-eat”-Modelle immer stärker durch. Dabei bezahlt man einen Grundbetrag und kann anschließend unbegrenzt Musik herunterladen. Was das Ganze von bestehenden Angebot ähnlicher Art unterscheidet (so bietet Napster z.B. eine “Music-Flatrate” für 9,95 €/Monat), ist dass nun alles DRM-frei kommt.

In Großbritannien gibt es seit kurzem die Datz Music Lounge, bei der sich die Insulaner für 99,99 Pfund pro Jahr unbegrenzt viele MP3s herunterladen können. Jedoch ist das System im Moment noch mit einigen Haken verbunden. Die Datenbank ist auf “nur” 2 Millionen Songs aus den Katalogen von EMI, Warner und zwei Indie-Labels beschränkt. Außerdem muss man vor der Benutzung eine Box erwerben, der eine CD und ein USB-Kopierschutzstecker beiliegen.
Denn um den Zugang zu sichern, wird verlangt auf spezielle Software zurückzugreifen, sodass ein Abonnement nicht wahllos verteilt werden kann – auch wenn der Käufer seine DRM-freie MP3s später ja ohnehin weitergeben könnte.

Ein wenig anders geht es da den Franzosen. Deren zweitgrößter Mobilfunkanbieter SFR kommt nun nämlich ebenfalls mit einem DRM-freien “all-you-can-eat”-Modell, allerdings für Handy und Computer. Nutzer können Abos ab 22,90 € pro Monat abschließen und sich Titel aus den Genres Rap/R&B, Pop/Rock und Clubbing/Electro herunterladen. Der Clou: es stehen sowohl das AAC-Format und das MP3-Format zur Verfügung.
Jedoch ist auch dieses Angebot mit Nachteilen verbunden. So muss sich der Käufer für ein Genre entscheiden, will man mehr Auswahl, muss man auch mehr zahlen. Und zudem ist der Katalog sehr begrenzt. Nur einige Tausend Titel aus der Universal Music Group stehen zur Verfügung.
Mit diesem Angebot wolle man sehen, wie Konsumenten auf DRM-freie Angebote reagieren, erklärt ein Sprecher der SFR. “Wir hauen nicht den Universal Katalog raus.”
Wer dennoch zuschlagen will, sollte sich beeilen, denn nur die ersten 60.000 Interessenten erhalten einen Zugang.

Trotz der technischen Beschränkungen halten Experten die Modelle für vielversprechend und zukunftsweisend. In Frankreich reagiert man übrigens auf staatlichen Druck. Der Pariser Senat begann im letzten Monat eine Debatte, wie man Musikindustrie und Copyright gleichermaßen schützen könnte. Vielleicht auch ein Anstoß für die Deutschen…?

via Music Ally, Billboard.biz & RWW

Foto via flickr von avlxyz

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