Music Business

EMI setzt Fokus auf Fanbeziehung

17.11.08 Major ändert Strategie

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myoon: EMI setzt Fokus auf Fanbeziehung

In der Blogosphäre gibt man sich erleichtert. Endlich haben die mal auf uns gehört, kann man (zumindest zwischen den Zeilen) bei hypebot lesen.
Major Label EMI möchte mit einem neuen Vorstand mehr für den Künstler tun – mehr Marketing, mehr Analyse, mehr Fokus auf die Fans.

Bereits am 7. November wurde bekannt gegeben, dass EMI (Kylie Minogue, Coldplay, Daft Punk, …) seine Struktur ändern wird. Man teilt das Plattenlaben in die Sparten Katalog, New Music und (besonders wichtig) Music Services.
Die Letztgenannte soll sich fortan unter der Führung des neuen Vorstandmitglieds Rafael McDonnell, der zuvor u.a. Marketing-Chef bei Coca-Cola war, um Sales, Lizenzierung und Marken Partnerschaften kümmern.

Damit wolle man sich mehr auf die Beziehung zwischen Fans und den Musikern konzentrieren, Partnern bessere Dienste leisten und somit einen ganz neuen Verkaufsweg bilden, der die Verluste aus den weiter sinkenden CD-Verkäufen ausgleichen könnte.
DRM-freie Download-Angebote scheinen nämlich auch nicht die Lösung aus der Krise zu sein, wie EMI-Chefs in einem Interview mit Billboard verraten. Douglas Merrill gesteht zwar, dass man die Begeisterung der Kunden für das Produkt sehen könne, dafür aber keinen Abschwung der illegalen Download-Zahlen.

Doch wie will man mit der neuen “Masche” der Music Services zu Geld kommen?
Auf den ersten Blick wird das nicht ganz deutlich. Trotzdem kann man sich freuen, denn vom neuen Konzept profitieren sowohl Fans als auch Musiker. Merrill macht dies an einem Beispiel deutlich. Eine Band aus Nashville, Tennesee macht sich mit ihrer Musik momentan recht gut. Aber bei EMI analysierte man die Nutzerzahlen und fand heraus, dass sich ein “Hot Spot” für die Band in Chicago befindet. Dort würden Country-Bands eher selten auftreten, und so setzte man sich mit dem Management zusammen, lancierte Touren, Gigs, usw. sodass für die Band mehr Profit herausgeholt werden konnte und die Fans endlich das live erleben konnten, was sie bereits zu Hören liebten.

“We took that consumer insight and turned it into action.”
Schön, schön, aber warum erst jetzt!? Major Labels liegen solche Daten vermutlich schon seit langem vor und Eines wird daraus auch klar: EMI sieht keine Zukunft in reinen Tonträgerverkäufen. Wie es die aktuellen Trends schon seit min. 2 Jahren zeigen, verlagert sich der Hauptverdienst für Musiker in das Merchandising- und Tour-Geschäft.
Dass dazu ein Mann von Coca-Cola ins Boot geholt wurde, ist sicher auch kein Zufall. Konzerte und die Musik selbst werden, ganz nach dem Beispiel von Anbietern wie MySpace Music, wohl in Zukunft über viele Kanäle mit Sponsoring und Cross-Media-Produkten verknüpft werden. Wir dürfen gespannt sein, wie sich der Major dabei behaupten will.

via Music Ally, hypebot, Billboard, (auch Bilder) Wikipedia

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