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Aupeo startet und will last.fm kicken

20.01.09 Kommt die Hochmut vor dem Fall?

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myoon: Aupeo startet und will last.fm kicken

AUPEO! startet den großen Lauschangriff: Das Berliner Startup will nichts Geringeres als den Tron der Online-Radios erringen. Der Service ging nun aus beta und zeigt sich mit höchstinnovativer Empfehlungssoftware des Fraunhofer Instituts.
Wir werfen mal einen Blick drauf…

Ich muss schon sagen, dass ich recht gespannt war, was AUPEO! bieten würde. Streaming-Dienste in Form von last.fm sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Doch anstatt das Erfolgskonzept last.fm’s, das mittlerweile über 7 Millionen Songs anbietet und monatlich über 4 Millionen Unique Users begrüßen darf, haben sich die Gründer Armin Schmidt und Dirk Pöschl vorgenommen das Ganze um Meilen zu verbessern. So kauft sich AUPEO! beispielsweise jeweils die CDs zu den entsprechenden Songs, um sie in der bestmöglichen Qualität zu rippen. Derzeit wird mit 64 oder 128 kBit/s übertragen, 192 kBit/s seien geplant.
Viel wichtiger: Die Empfehlungssoftware aus dem Fraunhofer Institut (die ja immerhin das MP3-Format u.v.m. entwickelt haben). Diese analysiert die Struktur eines Musikstücks, vergleicht sie mit der anderer Songs und erstellt dann nach einer Lernphase ebenfalls auf Basis der Nutzeraktivitäten ein Geschmacksprofil. Aupeo ermöglicht es dem Nutzer außerdem, Musik anhand ihres Tempos, von Stimmungen wie “aggressiv oder ruhig” oder ihres frühesten Erscheinungsjahres auszuwählen.

Das klingt alles sehr gut, aber mich hat AUPEO! leider nicht so recht überzeugen können. In einem kurzen Test wurde mein Musikgeschmack leider überhaupt nicht getroffen, zumal es den Jungs an Deals mit einigen Major Labels zu fehlen scheint. So tippte ich z.B. “Kayne West” ein. Meine Erfahrungswerte bei last.fm sind damit sehr gut, doch AUPEO! fragt mich, ob ich Musik von Robbie Williams (oder ähnlichen Künstlern wie Melanie C, usw.) anhören möchte. In Sachen Hip Hop scheint hier recht wenig lizensiert zu sein.

Die Artist-Seite der Artic Monkeys zeigt aber, wohin der Weg gehen kann. Hier findet man nicht nur detaillierte Infos zur Band, sondern auch Videos bei YouTube, Top Tracks und Bilder.
Immerhin geben sich manch andere Blogger sehr begeistert. Markus Spath von netzwertig.com schreibt, dass AUPEO! seinen Geschmack “nach wenigen Bewertungen auf fast schon unheimliche Weise schnell erkannt” habe.
Auch ansonsten gibt es innovative Konzepte. So arbeitet man eng mit Herstellern von WiFi-Radiogeräten zusammen, auf denen man AUPEO! schon jetzt streamen kann. Zudem will man die Community stärker vernetzen und z.B. Mitglieder in der Nachbarschaft anzeigen.

Die Angaben zur Finanzierung des Dienstes sind zwiespältig. Während die einen von einem komplett kostenfreien, aber werbefinanzierten Dienst berichten, scheinen die anderen eher mit der Angabe Recht zu haben, dass AUPEO! 30 Tage kostenlos ist und anschließend 30 Euro (für 2 Jahre) kosten soll.
Im Moment wäre ich noch nicht bereit etwas dafür zu bezahlen, aber es kann ja noch besser werden. Die Gründer haben jedenfalls sehr hoch gesteckte Ziele: Aupeo soll nicht weniger sein als ein “Social-Internet-Radio in Vollendung”…

via Golem, deutsche-startups.de, netzwertig.com

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