Instrumental

Ich bin kein virtueller Rockstar …

23.03.09 sondern eine Pussy

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myoon: Ich bin kein virtueller Rockstar …

Die Frage, ob in mir ein virtueller Guitar Hero schlummert, ist seit letztem Abend eindeutig geklärt. NEIN! Ein Rockstar bin ich nicht mal in einer simplen Gitarrenperformance.

Für AXE bin ich eine Pussy. Aber eine Besondere.

Der Link der e-mail führte direkt ins Rockerherz.
Kurz vor dem Gig sitze ich Backstage und gehe noch mal die Tasten durch, während meine Bandkollegen sich noch ein wenig einspielen. Dann setze ich ein mieses Gesicht auf und rauf auf die Bühne. Ich bin ja nicht irgendjemand, sondern der Chefgitarrist von The Kukidentas und heute abend spielen wir logischerweise vor ausverkauftem Haus.

Eine junge attraktive Dame mit dem passenden Kürzel F. passt mich kurz ab. Ich bleibe kurz stehen. "Ich wartet auf dich" und laufe schweigend weiter. Sie wartet auf mich. Das wird eine heisse virtuelle Nacht, denke ich während das Spiel die groupies lädt. Ein verdammt heisser Abend.

Pustekuchen. Ich bin eine Null und verhaue den Song total. Mit ENTER spiel ich letztendlich mein eigenes Ding und das weibliche Publikum wird sauer. Den Song finde ich eh nicht so toll und den Zettel von F. Ich warte bist du besser spielst kann ich verschmerzen.

Auch den zweiten Versuch setze ich grandios in den Sand. Ich bin am Anfang noch gut dabei, doch dann kriecht Zigarettenqualm in mein linkes Auge. Wo sind die Tasten? Wo ist der Ascher? Wieder eine Menge Buhs, grimmige Gesichter und meine Band wird mir wohl virtuell kräftig den Arsch versohlen. Nach dieser schändlichen Performance verschreibe ich mir selbst die Dämmlichkeitshero-Diagnose in Sachen Chefgitarrist und wende mich dem "Sorry, I’m a pussy" Button zu.

Willkommen in der anderen Welt. Vom ausgebuhten Looser zum Häschen. Das Tier mümmelt vor sich hin und wird mit richtig seichter Musik gefüttert. Soft carots for Rockstarbunnys. Wie süss. Im Impressum ist dann die ganze Parfümerie aufgereiht.

Alles VerAXEt. Die spots mit Poldolski, Kuranyi und diesem Chi was auch immer Quatsch. Selbst Jürgen Vogel nimmt die Frauen AXEweise von der Leine.
Productplacement mit den kühnsten Träumen vom Mann sieht demnach so aus. Endlose Babes Klickstrecken und dann so peinlich sein wie Simon von Pro7.
Interressant, dass die attraktive junge Dame von Bild 42 eine Döschen Duftpower in der Hand hält. Macht wohl süchtig bei unkontrollierten Sprühattacken.

Als ehemaliger User der 3Buchstaben Geruchsuppe weiss ich jedoch, dass das Produkt nicht anders riecht als das ALDI Sortiment. "Same same, but different." Eine Weisheit, die ich mit der Nase eingeatmet habe. Da hilft auch ein Gitarrenspiel und ein Blick in die Welt der Hasen nichts.

Die von AXE versprühte Produktoffensive ergibt dick aufgetragen in etwa den individuellen AntiTypen, der ich gern wäre. Ein verdammt heisser und gut riechenden Rockstar.

Wer jetzt trotzdem den Rockstar riechen, äh spielen will, um danach mit F. virtuelle Körperflüssigkeiten auszutauschen, dem wünsche ich viel Spass und mehr Fingerfertigkeiten und Staralüren als ich sie letzten Abend vollführt habe.

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