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Thomas Wagenknecht

Britische GEMA senkt Preise

27.05.09  kommentieren

So viel vorab: Die Überschrift ist freilich überspitzt. Tatsächlich senkt die PRS for Music, das britische Gegenstück zur deutschen Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), auf der einen Seite die Preise, während die Kosten an einer anderen Stelle gehoben werden. Für gekaufte Musikstücke muss der Anbieter des Download-Stores statt bislang 8% nun 10,5% abdrücken.
Dafür ist aber erfreulich zu sehen, dass die Gebühren für Online-Streaming drastisch gesenkt wurden – und so der Weg für Konsorten wie Last.fm, Aupeo, aber auch YouTube & Co. frei gemacht wird. Statt bislang 0,22 Pennys müssen pro gestreamten Titel nur noch 0,085 Pennys gezahlt werden.

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Ärger mit EMI: Statt Album, leere CD

26.05.09  Ein Kommentar

Der Hip Hop Produzent Brian Burton, besser bekannt unter seinem Künstlernamen “DJ Danger Mouse”, ist so frustriert von seinem Label EMI, dass er ganz seltsame Wege geht. Statt zu resignieren, entstand in Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Musikern das Album “Dark Night Of The Soul”. Allerdings scheint das Label dieses Werk nicht veröffentlichen zu wollen. Details sind leider nicht bekannt, aber es bleibt zu vermuten, dass “Dark Night Of The Soul” zu viele Künstler aus unterschiedlichen Labels vereint und eben nicht den gewünschten (Mainstream?) Charakter bietet.

Doch Danger Mouse, der vielen durch sein Duo “Gnarls Barkley” in Kooperation mit Cee-Lo Green bekannt sein dürfte, lässt sich nicht unterkriegen. Auf eigene Faust veröffentlicht er das Album 5000 Mal nun in Form eines 100-seitiges Fotobuchs, zusammen mit einer leeren CD-R. Auf allen Discs wird stehen: “For legal reasons, enclosed CD-R contains no music. Use it as you will.”
Nach eigenen Angaben müsste Burton rechtliche Schritte von EMI fürchten, würde er die musikalischen Stücke des Albums veröffentlichen. Der Kauf lohnt im Übrigen trotzdem, denn die Fotos kommen von keinem Geringen als Star-Regisseur David Lynch. Zudem tauchten in den vergangenen Tagen gehäuft in Filesharing-Diensten Dateien von “Dark Night Of The Soul” auf, sodass sich Käufer faktisch ihre leere CD-R bespielen könnten. Verschiedene Stellen vermuten sogar, dass Danger Mouse selbst für die Veröffentlichung bei den Filesharing-Börsen verantwortlich sei.

Ein schnelles Ende der Misere ist nicht in Sicht. EMI beharrt auf seinen Rechten, möchte Danger Mouse aber trotzdem behalten. In einem Statement heißt es: “Danger Mouse is a brilliant, talented artist for whom we have enormous respect. We continue to make every effort to resolve this situation and we are talking to Brian Burton (Danger Mouse) directly. Meanwhile, we need to reserve our rights.”

Beim National Public Radio (NPR) kann man – 100%ig legal – schon jetzt in das Album in voller Länge hineinschnuppern. Dort kann man sich auch über die sehr interessante Werbung für “Dark Night Of The Souls” informieren.

via hypebot, NPR

Sony PSP in Konkurrenz zum iPod

25.05.09  kommentieren

In der Gerüchteküche brodelt es immer heißer: Der Nachfolger zu Sony’s Playstation Portable (kurz PSP), die “PSP Go!”, soll mit einem eigenen Musikdienst ausgestattet werden. Zusammen mit einem innovativen Vertriebskonzept für Spiele könnte sich der kleine Alleskönner zu einer echten Konkurrenz für den iPod touch entwickeln.

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Hulu mit 1. Live Konzert

24.05.09  Ein Kommentar

Hulu expandiert weiter fleißig. Das Premium Video Portal möchte nicht nur bis September auch in Großbritannien starten (bislang sind die Videos offiziell nur in den USA verfügbar), sondern streamt am 1. Juni sogar das erste Live Konzert.
Die Dave Matthews Band, US-Jamrocker bekannt für gute Performances, fühlen sich “geehrt an diesem bahnbrechenden Projekt” teilnehmen zu dürfen.

Der Schritt wird besonders im Heimatland der Plattform, den USA, mit großer Begeisterung entgegen gesehen. Zwar ist die Dave Matthews Band kein umwerfender Major Label Act, dafür positioniert sich Hulu aber in Konkurrenz zu den amerikanischen Pay-TV-Angeboten. Während DirecTV & Co. bislang das Monopol für Live-Konzerte inne haben, bricht Hulu nun mit einem ganz und gar kostenlosen Service in die Nische. Gewiss bestehe noch kein Grund zur Sorge wegen nur eines Streaming Konzertes, beschreibt ars technica, aber sollte sich dieser Trend fortsetzen, so würde das Internet-TV endlich das Schattendasein eines “rothaarigen Stifkindes” des Fernsehen verlassen.

Hulu bietet vor dem Konzert verschiedene Videos der Band an und wird die Live Performance später on-demand zur Verfügung stellen. Das Live-Konzert unterstreicht derweil die Ambitionen der Plattform, sich kräftig im Musikbusiness einzumischen. Wir berichteten bereits darüber, dass Hulu in Verhandlungen mit den Major Labels steckt und, dem von Universal und YouTube geplanten Portal, Vevo, die Stirn bieten will.
Wie man Hulu auch in Deutschland empfangen kann, erfahrt ihr hier.

via ars technica

Aus für OpenMusicContest

20.05.09  Ein Kommentar

Der OpenMusicContest (OMC) ist ein herausragendes Beispiel studentischen Engagements für künstlerische Freiheit. Doch im Jahr 2009 steht die Veranstaltung vor dem Aus – weil die Veranstaltung über sich hinausgewachsen ist. Unter den Prinzipien der Creative Commons traten seit 2005, Jahr für Jahr, Bands an der Philipps-Universität Marburg an. Das Ziel der Initiative war Öffentlichkeitsarbeit für freie Kulturlizenzen, abseits der GEMA.
Zum 5. Mal platzt der Contest laut Veranstalter, dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), aus den Nähten – und die GEMA selbst versucht vermehrt Steine in den Weg zu legen.

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Sportfreunde Stiller in NY live bei Facebook

20.05.09  kommentieren

Das MTV unplugged mit den Sportfreunden Stiller in New York wird nicht nur live von MTV übertragen. Erstmals kommt Facebooks Live Feed auch in Deutschland zum Einsatz. Ab 19.15 Uhr können sich alle, die von der Männertags-Wanderung zurückgekehrt sind, das Ereignis auch online ansehen.

via netzwertig.com

70% Preisunterschied bei Online-Musik

19.05.09  kommentieren

Eigentlich sollte man doch meinen, dass sich eine einheitliche Preispolitik bereits bei allen Anbietern von digitaler Musik im Internet eingebürgert hat. Doch weit gefehlt: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen musste bei einem Test feststellen, dass es Unterschiede von bis zu 70 Prozent gibt.

Die größten Anbieter am deutschen Markt sind der iTunes Store, Musicload, Napster sowie die Dienste von AOL, Medion, Saturn und Amazon. Dass es sich lohnen muss, online Musik zu verkaufen zeigen die letzten Angaben des Branchenverbandes BITKOM. Schätzungsweise 38 Millionen Lieder wurden 2008 heruntergelanden, was einen Umsatz von 78 Millionen Euro (und damit eine Steigerung um über 30% zu 2007) ausmacht.
Geprüft wurden die Preise für Top 10 der Single- und Alben-Charts.

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Erfolg dank Creative Commons

19.05.09  Ein Kommentar

Jamendo ist eine Plattform, die sich ganz und gar der freien Musik verschrieben hat. Hier kann man fast 20.000 Alben verschiedenster Künstler kostenlos anhören, herunterladen und (teilweise) weiterverwenden. Alles unter den Prinzipien der Creative Commons, einer Initiative eines Rechtsprofessoren aus Standford, der bemerkte, dass das klassische Copyright viel zu restriktiv ist. Creative Commons ermöglichen den freien Austausch von künstlerischen Gütern wie Musik, Videos oder Bildern mit einer klaren und leichten Angabe der Nutzungsbedingungen.

Jamendo vermeldet nun erste, größere Erfolge für seine Musiker. “Die Mitglieder der Band Drunksouls aus Marseille, alte Bekannte auf Jamendo, schalten professionell einen Gang hoch: Ab jetzt kümmert sich die Pariser Agentur Music Media Consulting (Franz Ferdinand, Sébastien Tellier, Arrested Development…) um die Werbung der Band”, teilt man mit.
Ihre Single “Pain of Life” sei sogar schon in US-Medien gespielt wurden. Zudem gab es zahlreiche Pressemeldungen und Artikel über die französische Gruppe.

Bei all der Euphorie bleibt aber klar, dass Jamendo alleine wohl nicht die Reichweite besitzt, um Musiker zum Sprung in die Professionalität zu helfen. Drunksouls liefert gute Arbeit, Jamendo nur eine Plattform – ein YouTube-Channel, MySpace Seiten und mehr gehören zum Grundstock. In Zukunft könnten derartige “Wachstumsprozesse” aber durchaus schneller von statten gehen, denn das Unternehmen aus Luxembourg will sich weiter steigern. Bereits jetzt gebe es über eine halbe Million Nutzer, die das System vorwiegend privat nutzen. Mit “Jamendo PRO” spricht man seit April komerzielle Nutzer an. Ab 2 Euro pro Titel können so gewerbliche Nutzungslizenzen erworben werden, um etwa Filme zu vertonen. Kunden wie Skoda oder arte haben bereits davon profitiert, dass die angebotene Musik GEMA-frei bleibt.
Manch einer mag behaupten, dass dies den freien Charakter der Sache ad absurdum führen würde. Jedoch werden die Künstler mit min. 50% an den Umsätzen beteiligt und erhalten so die Möglichkeit auf die ganz große Bühne zu kommen.

Sony Music goes Web 2.0

07.05.09  3 Kommentare

Willkommen im Hier und Jetzt, liebes Sony Music Team! Scheinbar ist das Team der Marketing-Abteilung des Labels eher zufällig über Anwendungen wie Last.fm gestolpert und muss entdeckt haben, dass es ganz cool sein kann, sich die Musik von verschiedenen Künstlern zusammenzustellen.

Ab dem Sommer können sich Internetnutzer deshalb im Zusammenhang mit dem hauseigenen, online-basierten “Sony Music audio player” (Wie lange wird es wohl gedauert haben, sich einen solch kreativen Namen auszudenken?) Titel aller teilnehmenden Künstler des Labels in Playlisten zusammenstellen und kostenlos anhören. Außerdem wird Sony selbst Hitlisten anbieten, die dem User neue Musik vorschlagen. Ob Begrenzungen oder Kosten anfallen, ist noch nicht bekannt. Auf den direkten Webseiten der Künstler können deren neue Songs ebenfalls gestreamt werden.
Mit dem Schritt sollen die Aktivitäten um MyPlay.com fortgesetzt werden. Diese Seite gibt es bereits seit 2006, ist rund um den Globus aber äußerst unbekannt. Dort kann man in die Alben von Sony Artists wie Kings of Leon, John Legend oder auch Brithney Spears reinschnuppern und sich deren Videos in guter Qualität ansehen. Der Aufbau und die Playlisten-Funktionen sind recht verschachtelt. Die geringe Popularität wird schlichtweg darauf zurückzuführen sein, dass die meisten Internetnutzer lieber zu YouTube gehen, weil dort alle Labels auf einen Schlag verfügbar sind.

Nichts desto trotz ein netter Ansatz, der allerdings zeigt, wie weit die Majors zurückhängen. Natürlich fällt es schwer jedem Trend hinterherzulaufen, aber wenigstens das Kerngeschäft – Musik – sollte doch leicht auf den eigenen Seiten verfügbar gemacht werden.
Übrigens wurde zudem noch ein Abkommen mit Gracenote getroffen. Alle Lyrics der Sony Songs finden sich jetzt auf den offiziellen Webseiten und auf gracenote.com.

via Music Ally
Bild (R) Sony

radio.de bringt 3000 Sender aufs iPhone

04.05.09  kommentieren

Auch deutsche Unternehmen können sinnvolle Applikationen für das iPhone liefern: Der Anbieter radio.de liefert mit seinem neuen Programm über 3000 Radiosender, Webradios und Podcasts aus der ganzen Welt für unterwegs.
Die App ist kostenpflichtig, hat sich aber innerhalb weniger Wochen auf einen respektablen Platz der Charts gearbeitet. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, dafür aber die Meinungen der Benutzer. Nach anfänglichen Schwächen und Beschwerden, weil Ladezeiten zu lang waren und manche Sender nicht verfügbar waren, stellt sich in der neusten Version ein sehr zufriedenes Bild ein. Vorwürfe, der Datenschutz sei fragwürdig, werden bei genauem Hinsehen entkräftet. radio.de versichert gegenüber myoon, dass man Daten nicht an Dritte weitergebe.

Für 2,99 Euro bekommt man ein grundsolides Produkt. Der Nutzer kann nicht nur aus verschiedenen Genres oder Ländern wählen, sondern bekommt auch Tipps von der Redaktion, Top 100 sowie verwandte Sender geliefert. Außerdem gibt es im Stil von Last.fm (aber bei Weitem nicht so ausgereift) personalisierte Empfehlungen durch die Software. Wenn ein Song besonders gut gefällt, so kann dieser auch per Klick im iTunes Store gekauft werden. Generell wird auch angezeigt, welcher Titel gerade auf einem Sender gespielt wird. Gezielt nach einem Track, im Netz der über 3000 Sender suchen, ist bislang aber nicht möglich. Einige Stationen können diese Informationen auch (noch) gar nicht über ihren Stream weitergeben, sodass in vielen Fällen nur das Logo des Senders selbst zu sehen ist. Wer sich radio.de auf sein iPhone holt, sollte dringend eine Internet-Flatrate besitzen.

„Ob im Browser, über das iPhone oder zu Hause über die Docking Station mit dem iPod touch – der Nutzer hat sein persönliches Profil mit seinen Favoriten immer dabei”, sagt Andreas Arntzen, Initiator von radio.de. Das Portal ist schwer bemüht, die Applikation weiter zu pushen. Mit einem innovativen Gewinnspiel und einer Partnerschaft mit der Mac-Handelskette GRAVIS sind dabei zwei gute Ansätze gefunden.
In vielen Stores kann das Programm live getestet werden, Vergünstigungen gibt es auch noch. Und wer eine bestimmte Zeile twittert, kann sogar ein (unlocked) iPhone gewinnen.

Hinter radio.de steht ein Web-Unternehmen, das u.a. durch DuMont Schauberg (Mitteldeutsche Zeitung, EXPRESS) unterstützt wird.
Auch wenn hier gleich drei Branchen – Online, Radio, Mobil – aufeinander treffen, zeigen sich die großen Synergien. Das “klassische” Radio braucht auch im Web 2.0-Zeitalter nicht seinen Untergang fürchten, muss sich aber aggressiv für die mobile Nutzerschaft öffnen.

Quelle: radio.de, iTunes