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Thomas Wagenknecht

RapidShare gibt Datenweitergabe zu

30.04.09  kommentieren

Vor zwei Tagen berichtete ich, dass RapidShare die Nutzerdaten seiner Kunden an eine Anwaltskanzlei weitergegeben habe. Nun haben sich die Informationen offiziell bestätigt. Geschäftsführer Bobby Chang gibt in einer Pressemitteilung bekannt, dass man aufgrund des § 101 UrhG Auskunft geben musste.

Wieviele Nutzer davon betroffen sind, gab man nicht bekannt. Viel mehr versuchte man die Kunden zu beruhigen. Die Anwendung dieser Auskunftspflicht fände immer nur bei besonders schweren Fällen statt. So müsse eine Rechtsverletzungen “gewerblichen Ausmaßes” vorliegen. “Dementsprechend betrifft der Auskunftsanspruch die meisten deutschen User nicht, ihre Privatsphäre und ihre Daten sind genau so geschützt wie zuvor. Wir protokollieren nicht, was ein Anwender herunterlädt. Die informationelle Selbstbestimmung ist einer der Grundsätze jeder Demokratie. Gleichzeitig halten wir uns an die Gesetze. Dass diese Tatsache als Enthüllung kommentiert wird, ist überraschend”, erläutert Bobby Chang weiter.

Dass die illegale Nutzung des One-Click-Hosters aber vermutlich sein größtes Kapital ist, wird freilich nicht erwähnt. Private Daten nehmen nach verschienden Schätzungen nur einen Bruchteil des Download-Aufkommens des Unternehmens mit Sitz in Deutschland und der Schweiz ein. Gegen Privatkopien ist sicherlich nichts einzuwenden, diese dann aber “über RapidShare eine Kopie solcher Dateien an Freunde oder Verwandte weiterzugeben”, wie es in der Pressemitteilung heißt, halte ich persönlich schon wieder für grenzwertig. Jedoch macht man auch deutlich, dass urheberrechtlich geschütztes Material davon ausgenommen sei.

Über Foren und Webseiten werden weltweit Links zu Archiven bei RapidShare ausgetauscht, auf denen sich Musik, Filme und Programme befinden. Weil viele Kunden des Anbieters nun fürchten, vor Gericht gestellt zu werden, macht sich eine Kündigungswelle breit. Jedoch weist Chang gleich darauf hin, dass Anfragen zu Transaktionen in Deutschland an alle Internetprovider, Filehoster oder anderer Serviceanbieter weltweit gestellt werden können, unabhängig von ihrem Firmensitz oder vom Standort ihrer Server.

via news aktuell

RapidShare gibt Nutzerdaten frei

28.04.09  3 Kommentare

RapidShare galt lange Zeit als sicherer Hafen für Filesharing: Die Nutzer brauchten im Gegensatz zu P2P-Netzwerken nicht fürchten, dass ihnen die Ermittler in wenigen Schritten auf die Spur kommen könnten. Die einzige Angst, die Uploader von illegalen Dateien zu befürchten hatten, war die der Löschung.
Doch nun wird bekannt, dass RapidShare, das seinen Firmensitz in Deutschland hat, Nutzerdaten an eine Rechtsanwaltskanzlei weitergegeben hat. Für manche Nutzer wird es gefährlich.

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Simfy: Musik von 1 Mio. Nutzern hören

28.04.09  Ein Kommentar

Das Berliner Start-Up Simfy, möchte es seinen über einer Million Nutzern einfacher machen, Musik online zu hören. Der Grundgedanke war bis zuletzt, dass man seine eigenen Songs hochladen und diese dann mit Freunden teilen konnte. Der Haken: Weil nicht unbedingt viele User bei Simfy aktiv unterwegs sind, wurde es schwierig an neue Musik heranzukommen. Zudem kann man die Titel der Anderen nicht herunterladen.
Doch nun kündigen die Gründer Christoph Lange und Steffen Wicker einen vollständigen Relaunch an.

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MySpace Chef wird abgelöst

27.04.09  kommentieren

Nachdem MySpace Anfang des neuen Jahrtausends der absolute Renner war, driften die meisten Nutzer heute zu anderen Netzwerken ab. In Deutschland sind das natürlich besonders studiVZ und Wer-kennt-wen, die dem internationalen Spitzenreiter Facebook um Längen nachstehen. Die Plattform aus Palo Alto hat bereits 200 Mio. Mitglieder in seinen Bann gezogen. Dass sind zwar numerisch 60.000 weniger als MySpace vorzuweisen hat, aber der Trend ist klar. Während Facebook innovativ in alle Richtungen ausbaut, sich mit Blogs vernetzt und demnächst auch Musik anbieten möchte, bleibt MySpace ein bunter Spielplatz der (zumeist hässlichen) Homepages.
Einzig Musiker bleiben ihren Profilseiten weitestgehend treu. Aber wie lange noch? Bei MySpace findet nun eine “Zeitenwende” statt.

Nach vielen Jahren im Dienst tritt das Führungsduo, auf Druck des Mutterkonzern ab. Die Firma des Medienmoguls Rupert Murdoch, News Corp., kaufte 2005 das Portal für rund 580 Millionen US-Dollar. Nun übernimmt ein alter Bekannter aus Murdochs Reihen das Geschäft bei MySpace: Jonathan Miller, Ex-AOL-Manager, wird zumindest übergangsweise die Leitung inne haben. Während “AOL” vielleicht einen eher staubigen Eindruck hinterlassen könnte, ist doch mit jeder Menge Innovation zu rechnen. Miller zeichnet außerdem verantwortlich für das mehr als erfolgreiche Premium-Video-Portal Hulu.
Die Branche rätselt mittlerweile, ob Owen Van Natta, ein früher Facebook Manager, den Chefposten bei MySpace demnächst übernehmen wird.

Nicht nur technisch besteht großer Aufholbedarf. Besonders die gefährdeten Werbeeinnahmen dürften der News Corp. Sorgen machen, denn in den letzten drei Jahren hatte Google gut 900 Mio. US-Dollar für die Ad-Words-Anzeigen auf der Plattform als Fixbetrag bezahlt. Durch schwindende Nutzerzahlen und mangelende Verweildauer geben sich die Vertreter des Suchmaschinendienstes nun aber skeptisch.
Zwar sorgte MySpace Music international für Furore und sollte, Gerüchten zufolge, auch noch im 2. Quartal nach Deutschland kommen. Aber dies allein wird wohl kaum für die Rettung sorgen. Facebook weiß deutlich besser, die sozialen Aktivitäten zu vernetzen. Wenn man dort noch eine Basis für Bands einrichtet (mit den Fan-Profilen ist man schon auf dem rechten Weg), kann MySpace einpacken.

Richter im Pirate Bay Prozess befangen

26.04.09  5 Kommentare

Nach einem monatelangen Prozess kam es vergangene Woche zu einem, unerwartet harten, Urteil gegen die Gründer und Verantwortlichen hinter der Torrent-Tauschbörse “The Pirate Bay”. Ein schwedisches Gericht verurteilte vier Mitglieder der Gruppe nicht nur zu umgerechnet 2,7 Mio. Euro Schadensersatz, sondern auch noch einem Jahr Gefängnisstrafe. Jörn hatte darüber bereits kurz berichtet.

Selbst wenn Gründer Peter Sunde in einem Interview betont, dass man “The Pirate Bay” als eine Art Google der Torrent-Suchmaschinen sieht, sollte jedem klar werden, dass eine derartige Haftstrafe durchaus gerecht ist. Tatsächlich kann man über die Seite auch nichts direkt herunterladen (allein schon aus dem Prinzip des P2P) und es wurde niemand unmittelbar verletzt oder dergleichen, aber wenn man sich überlegt, wie oft Sunde & Co. dazu beigetragen haben, dass das Urheberrecht massiv verletzt wurde – ob bei Musik, Filmen oder Programmen – erscheint ein hartes Durchgreifen durchaus als angemessen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung stuft den Prozess gar als “richtungsweisend für andere Länder” ein.
Dass eine Schließung des “Pirate Bays” natürlich, wenn überhaupt, nur zu einer kurzweiligen Flaute in den Torrent-Downloads führen wird steht an dieser Stelle auch außer Frage.

Im schwedischen Rundfunk stellte sich nun aber heraus, dass der Richter möglicherweise befangen gewesen ist. Tomas Norström gab bekannt, dass er Mitglied zweier Organisationen zum Urheberrechtsschutz sei und Interessenverbänden angehöre, die vor Gericht als Nebenkläger auftraten. Darüberhinaus hat er auch schon mit einer Anwältin zusammengearbeitet, die in dem Prozess gegen “The Pirate Bay” die amerikanische Filmindustrie vertrat.
Daraufhin sagte der Anwalt der Verteidigung, Peter Althin, dass man das Urteil wegen Befangenheit anfechten werde. Die Gründer von “The Pirate Bay” gingen ohnehin direkt nach Urteilsverkündung in die Berufung.

Bis der Prozess endgültig entschieden ist, wird “The Pirate Bay” weiterhin ganz normal funktionieren.

via RWW, FAZ.NET

Hulu will nun auch Musikvideos

24.04.09  5 Kommentare

Der Kampf um die geeignete Webplattform für Musikvideos ist entbrannt: Nachdem bekannt wurde, dass VEVO – ein Service von Universal und YouTube – bald starten soll, berichtet Bloomberg heute, dass das us-amerikanische Premium-Videoportal Hulu in Gesprächen mit den Major Labels sei. Man spreche sogar mit Universal. Hulu erwies sich, unterstützt durch NBC, ABC und Fox, als unheimlich erfolgreich in den Staaten. Dort können Nutzer kostenlos, mit kleinen Werbeunterbrechungen, komplette Serien, TV-Shows und Filme jederzeit gucken, darunter Größen wie Dr. House, Family Guy oder die Jay Leno Show.

Dabei wurde außerdem bekannt, dass sich auch die Major Labels keineswegs ausruhen. So teilte EMI beispielsweise mit, dass man mit verschiedenen Stellen in Gesprächen sei, um seine Musikvideos besser zu vermarkten. Im Moment verdienen vor allem Universal, EMI und Warner schlecht an den werbegenerierten Umsätzen via YouTube, weil Großkunden zumeist von Anzeigen auf dem “Lieschen Müller”-Portal absehen. Um eine Premium-Atmosphäre zuschaffen wollen YouTube und Universal in den nächsten Monaten mit VEVO an den Start gehen. Auch hier erscheint es durchaus denkbar, dass andere Major Labels hinzukommen.

Indies scheinen von diesem Hype bislang weitestgehend aus zu bleiben, vermutlich auch einfach deswegen, weil es bei diesen Labels seltener zu einer Videoproduktion kommt.
Hulu erfreut sich in den USA jedenfalls riesiger Beliebtheit. Zuletzt stiegen die News Corp., zu der neben dem Sender Fox übrigens auch das deutsche Pay-TV Premiere gehört, und die Walt Disney Company in das Unternehmen ein.

Für den Endnutzer dürfte der ganze Trubel einen großen Vorteil bieten. Sowohl VEVO als auch Hulu sollten angespornt sein, ihre Dienste so innovativ wie möglich zu machen. Sicher scheint, dass die Zeiten, in denen man auf Partys vergeblich nach einer besseren Video- und Tonqualität suchen musste, bald vorbei sein werden. Auch Playlists, Charts und mehr sind denkbar. Einzige Wehmutstropfen dürften allerdings sein, dass es Hulu bislang nur in Nordamerika zu “empfangen” gibt und dass der ganze Luxus nur unter Werbeeinfluss zu genießen sein wird.

Und übrigens: MyVideo’s Musik-TV bedarf vielleicht auch mal einer Optimierung, sobald die Konkurrenz auftrumpfen wird.

via Music Ally, Bloomberg

Nokia Comes with Nothing

23.04.09  6 Kommentare

Über die Liebe der Musikindustrie zu Abonnementmodellen und den Ansatz des Mobiltelefonherstellers Nokia hatte ich zuletzt im Feburar berichtet. Nun ist der letztgenannte Service auf der Insel gestartet. Jedoch alles andere als erfolgreich, denn wie Music Ally berichtet, haben sich innerhalb von 6 Monaten gerade einmal 23.000 Nutzer dafür begeistern können.
Schon bald will Nokia das Modell auch hierzulande auf den Markt bringen. Darum die Frage: Woran lag es!?

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Neuer iPod Shuffle kostet nur 21,77 $

15.04.09  kommentieren

Der us-amerikanische Branchenanalyst iSuppli hat herausgefunden, dass der neue iPod shuffle nur 21,77 $ in der Produktion kosten. 21,77 $, die Apple in Einzelteile, Montage und Verpackung investieren. Auf dem Preisschild, das für den Ladenbesitzer wohl unter 1 Cent wert ist, steht hüben wie drüben 79. Dass Apple seine unverbindliche Preisempfehlung auf beiden Seiten des Atlantik immer in Zahlen (nicht in Währungen) gleich lässt – und somit mehr als nur den Transport abdeckt – sollte vielen bereits klar sein.

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Flexible Preise bei iTunes fraglich

14.04.09  kommentieren

Billboard hat herausgefunden, dass das neue Konzept von iTunes nicht aufzugehen scheint. Nachdem man sich von DRM verabschiedet hat, will man nun ein flexibles Preis-System einführen. Ältere Songs sollten bereits für 69 Cents zu erwerben sein, während neuere bis zu 1,29 Dollar kosten dürfen. Die Mehrheit solle bei dem üblichen 0,99-Preis bleiben.

Der US-Branchendienst prüfte die Chartpositionen der Top 100 Songs bei iTunes ab der Einführung des neuen Preis-Modells. Die Tendenz ist eindeutig: Musik für 1,29 $ sank durchschnittlich um 3 Plätze, während 99-Cent-Titel um gut 2 Ränge stiegen.
Allerdings bedeutet eine tiefere Chart-Einstufung nicht zwangsweise schlechtere Umsätze. Ein Song müsste bei 30 Prozent Preissteigerung schon deutlich niedriger fallen, um den Plattenfirmen Einbußen zu bescheren. So kann man also sagen, dass die Major Labels (schließlich sind diese hauptsächlich in den Top 100 Charts vertreten) vorerst keine Nachteile aus dem neuen Modell ziehen.

Jedoch wird man sich durchaus fragen müssen, ob und wie man potentielle Hits gerade im Internet anpreist. Wer durch eine 1,29-Politik nicht in den Top 10 landet, riskiert größere Ausfälle. Nicht zuletzt auch deswegen, weil beide Faktoren schlichtweg auf die Psyche der Menschen zurückzuführen sind. Wer Trends hinterherjagt oder nicht weiß, was er hören soll, wirft kurz einen Blick auf die Charts. Und wer einen bestimmten Titel gut findet und sich entscheidet ihn (nicht via BitTorrent zu ziehen, sondern) zu kaufen, wird von nur 99 Cent weitaus überzeugter sein als von 1,29 Dollar.
Wir dürfen gespannt sein, ob sich ähnliche Szenarien auch bald in Deutschland beobachten lassen.

YouTube sperrt Musik wegen GEMA

02.04.09  7 Kommentare

Jörn hatte ja bereits auf die Thematik hingewiesen: YouTube sperrt in Deutschland im Streit mit der GEMA Millionen Musikvideos auf der Videoplattform. Stündlich verschwinden mehr und mehr Titel von der Website, weil sich das Google-Tochterunternehmen nicht mit der Verwertungsgesellschaft über einen angemessenen Lizenzpreis einigen kann. Betroffen sind die Major Labels EMI, Sony und Universal sowie weitere Independent Labels. Ähnliches ereignete sich bereits in Großbritannien.
Bislang hatte YouTube einen Vertrag mit der GEMA, der es dem Videoportal erlaubte, Filme mit der o.g. Musik spielen zu dürfen. Doch nun wolle die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte pro gestreamten Titel satte 12 Cent Lizenzgebühren. Das sei “Lichtjahre von marktfähigen Preisen entfernt”, erklärt Google-Sprecher Hennig Dorstewitz gegenüber der FAZ. So lägen die Kosten dann beispielsweise 50-mal so hoch, wie die der PRS in England.

Doch die GEMA gibt sich unschuldig. Man habe versucht, mehr Transparenz von YouTube zu erringen. Es sei schwer nachvollziehbar, welches Video wie oft angeklickt würde, solange die Daten zurückgehalten werden. YouTube scheint jedoch kein Interesse an einer derartigen Offenheit zu haben, spricht sogar davon, dass dies der GEMA einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil geben würde.

Um noch effektiver keine Musikvideos zu zeigen, arbeite man bei Google bereits daran, ein Content-ID-Tool zu entwickeln, sodass die Plattenfirmen selbst die Möglichkeiten bekommen, Dateien zu sperren. Eine sinnvolle Anwendung dieses Tools könnte sicherlich auch darin liegen, die Labels an den Werbeeinnahmen der Videos besser zu beteiligen.
Bei EMI, Universal und Sony sei man jedenfalls “sehr traurig” über die aktuellen Ereignisse.

Mehr als nachvollziehbar. Denn sind wir mal ehrlich: Von diesem Schritt profitiert keiner. Zwar ist die Aktion von YouTube rechtlich völlig korrekt anzuerkennen, denn würde man ohne Vertrag weiterhin Musik spielen lassen, müsste man mit hohen Strafen rechnen. Aber ohne Musik auf dem weltgrößten Videoportal können weder GEMA noch Plattenfirmen Geld verdienen. Sicherlich wird Google versucht haben, den Preis drastisch zu drücken, obwohl der Anstrum auf die Online-Streams stetig wächst – und eine Totalsperre hat auch auf der Insel für Furore gesorgt. Jedoch sollte man lieber zusehen die Profitabilität des Portals zu steigern und innovative Wege finden, um der Musikindustrie mit Abo- oder Werbemodellen aus der Krise zu helfen.
Im Endeffekt schadet die Sperre aber vor allem YouTube’s Community und seinem Image. Ist das Video an einer Stelle nicht zu finden, so wechselt die Jugend von heute fix zu anderen Anbietern, wie etwa MyVideo, das mit dem eigenen Musik-TV aufwartet.

via Süddeutsche Zeitung, FAZ.NET, netzwertig.com