Autor

Thomas Wagenknecht

Reingefallen?

01.04.09  Ein Kommentar

Der 1. April ist überstanden. Wer aber jetzt seinen Freunden stolz erzählt, er habe alle Kayne West Alben die es je geben wird, oder auf dem Weg nach Australien ist, der braucht dringend eine Aufklärung. Hier kommt der Überblick der Aprilscherze aus den Blogs und Medien, die wir so jeden Tag durchkämmen, um euch mit dem besten Magazin für Musiker und die Musikwirtschaft zu versorgen.

Axel Springer kauft Twitter
Das Branchenfernsehen turi2.tv vermeldet in einem Extra, dass Deutschlands Medienriese Axel Springer den amerikanischen Zwitscherdienst Twitter für satte 1,5 Milliarden Dollar aquiriert habe. Wenn auch ein wenig frech, dafür aber sehr witzig: Der neue Vorstand Matthias Döpfner habe seinen Expansionskurs bereits im Interview mit turi2 klar gemacht. “Ja, was wollen wir denn mit ProSiebenSat.1…” spricht offensichtlich, nicht ganz lippensynchron, nicht Herr Döpfner. Ein durchaus gelungener Scherz. Angucken und dann zum nächsten!

Mr T spielt mal wieder WoW
Gizmodos guter alter Freund und Wegbegleiter, Mr T, meldet sich im Blog zu Wort, während er eine Runde “World of Warcraft” mit seinem Nachtelefen zockt und in Falle tappt, bei der ihm angeboten viel Geld zu verdienen…

YouTube dreht alles um
Der Silicon Alley Insider hatte schon Angst, dass Google, nachdem es Hunderte Mitarbeiter auf die Straße setzen musste und schwer unter der Wirtschaftskrise leidet, seinen Sinn für Humor aufgeben muss. Seit 2000 hat der Suchmaschinen-Riese jährlich neue Scherze gebracht. Doch entgegen aller Ängste, bleibt man sich treu und präsentiert 2009 sogar 2 Überraschungen. CADIE ist eher nicht so witzig, dafür aber das neue YouTube Layout.
Wer heute versucht hat, sich ein Video anzusehen, wird festgestellt haben, dass jeder Clip und die gesamte dazugehörige Seite auf den Kopf gestellt ist. YouTube teilt mit, dass man immer bestrebt sei, die Wiedergabequalität zu bessern und gibt zudem einige nützliche Tipps – am besten dreht man seinen Bildschirm um, dreht seinen Kopf, zieht nach Australien (weil da ja alles anders ist) oder stellt einfach wieder das “altmodische Design” ein.

Kayne West beendet seine Musik-Karriere, um Vollzeit-Blogger zu werden.
Unsere britischen Kollegen von Music Ally berichten, dass Rapper Kayne West seine Musik-Karriere an den Nagel hängen würde. Es würde für ihn keinen Sinn machen. “Die Leute können meine Songs über BitTorrent ziehen”, sagt er dem Magazin. Als Blogger für Mode und Design könnte niemand ihm seine Dollar klauen. Sollte er je zurückkommen, würde er nur Musik über seinen Twitter-Account, mit Lyrics zu 140 Zeichen, verbreiten.

Mein persönlicher Liebling ist allerdings FAZ.NET mit der Nachricht, dass “Bayern mit einer eignen Nationalmannschaft bei der EM antreten will“. Leider haben die Jungs den Artikel schon wieder vom Netz genommen, obwohl er voll mit Genialitäten und Zitaten von Schweinsteiger (der nur Kapitän werden wollte, wenn Poldi auch mitspielen darf) bis hin zu Franz Beckenbauer (was die Wallisen können, könne man doch längst).
Und das “MP3-Aldi” gibt’s heute übrigens immer noch.

Google öffnet Musik-Download

31.03.09  Ein Kommentar

Leider (oder zum Glück?) begibt sich Google nicht in einem westlichen Land auf den Markt der Musik-Downloads, verschenkt dafür aber in China Titel. Finanziert durch Werbeeinnahmen stellen die Majors Sony, Universal und Warner sowie 400 Independent Labels Teile ihrer Kataloge zum kostenlosen Download zur Verfügung. Zu dem Angebot sind auch Songs von U2, Kayne West oder Beyonce zu zählen, die Hitlisten führen trotz großer Bekanntheit der amerikanischen Stars aber – wie üblich – chinesische Künstler an.

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Back to the Roots (2): AMTV

30.03.09  kommentieren

Der (ehemalige) Musikfernsehsender MTV setzt sein Umdenken mit der Einführung einer neuen Programmsparte in den USA fort. “AMTV” ist ein sechsstündiger Block, den man als eine Art Experiment nutzen möchte. Mitten in der Nacht, von 3 Uhr morgens an. Jedoch kann man AMTV nicht mit den “Night Videos” auf dem deutschen MTV vergleichen, die hierzulande zur frühen Stunde über den Bildschirm flimmern.
Im Stil der alten Zeiten sollen neben Musikvideos, Nachrichten und Interviews gespielt werden. Dabei soll besonders das beliebte MTV Unplugged zurückgeholt werden, das in den USA in den vergangenen Jahren komplett vom Sender genommen wurde, während in Deutschland ab und zu noch Specials mit heimischen Bands gezeigt werden.

Stephen Friedman, General Manager bei MTV, machte gegenüber der New York Times zwar deutlich, dass man AMTV als Plattform für Experimente ansieht, aber – so sich denn Erfolg einstellt – dies genauso gut auch zur Prime Time gesendet werden könnte.
In letzter Zeit ist MTV hier und in anderen Medien immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil man sich vom Image eines innovativen Senders hin zu einem Reality-TV-Kanal bewegt. Dass ist für den Sender sicherlich kaum schädlich, denn das Unterschichten-Fernsehen (wenige Formate ausgenommen) kommt so gut an, dass man seine Einschaltquoten ständig steigern kann und sich vor wenigen Jahren ja sogar den Konkurrenten VIVA, dank dem Kapital des Mutterkonzerns Viacom, unter die Nägel reißen konnte.

Als eher negative Entwicklung war da dann auch MTVMusic.com zu werten, ein Portal für Online-Musikvideos. Aber nachdem sich nun durch Studien herausstellt, dass Musikvideos lieber bei YouTube gesehen werden, als beim Musikfernsehen wird klar, dass sich MTV bald völlig von zahlkräftigen Sponsoren verabschieden kann, weil die Zielgruppe in andere Formate abwandert.

Doch auch dazu soll AMTV in den USA dienen. Zwar würde Musik nicht die gewünschten Quoten bringen, so Friedman weiter, aber AMTV soll auch eine Experimentierstelle für Werbepartnerschaften sein. Ein Unternehmen kann z.B. den gesamten Block sponsern oder nur einzelne Teile.
Wir beobachten die Entwicklung weiter.

via New York Times

Wie lange bleibt Last.fm noch kostenlos?

24.03.09  3 Kommentare

Last.fm hat heute angekündigt, dass es international Gebühren erheben wird. Wer außerhalb der USA, Großbritanniens oder Deutschlands zukünftig das “Last.fm Radio” nutzen möchte, also die Musikplayer, der einem aufgrund seiner Vorlieben ähnliche Künstler zuspielt, muss 3,00 Euro pro Monat investieren. Der Grund ist recht simpel: Zwar hat das von CBS akquirierte Unternehmen nach eigenen Angaben bereits über 30 Millionen Nutzer, jedoch wollen die Urheber von mehr als 7 Millionen Tracks auch bezahlt werden. Und das scheint eben im Rest der Welt nicht zu klappen. Lediglich in den o.g. Staaten seien die Werbeeinahmen in dem Maße, dass der Service weiterhin kostenlos angeboten werden kann. Auch das Scrobbeln, Videos und mehr bleiben unverändert. Wobei ja schon seit Längerem für gewisse Dienstleistungen eine Abonnementgebühr erhoben wird.

Auch wenn wir von dieser Preiserhöhung nicht getroffen sind, zeigen allein 200 Kommentare auf die Mitteilung im Corporate Blog, dass nicht jeder in der Community davon begeistert ist. Zwar kann man 30 Titel erst probehören, bevor man zur Kasse gebeten wird – trotzdem bleibt die Frage: Wie lange bleibt Last.fm noch kostenlos? Und lohnt sich ein solches Modell auch wirtschaftlich?

CEO Richard Jones lässt nicht andeuten, dass in absehbarer Zeit in Deutschland mehr Kosten auf die User zu kommen. Im Prinzip ist Last.fm auch hierzulande im Aufschwung. Eine stetig steigende Nutzerzahl und verbesserte Techniken sichern den Audioscrobblern gute Einnahmen aus der Werbung zu, zumal große Industriemarken erst in den kommenden Jahren von klassischen Medien auf die neue Generation umsteigen werden.
Dass Last.fm dennoch keine Goldgrube ist, wird durch diesen Schritt aber genauso deutlich. Weil Labels nach wie vor nicht grenzenlos arbeiten und somit in jedem Land unterschiedliche Bedingungen vorherrschen, bleiben weltumspannende Musiknetzwerke nur äußerst schwierig zu finanzieren. Mit dieser Taktik bremsen (besonders die Major) Labels Last.fm & Co. gewissermaßen auch aus. Sollten hierzulande beispielsweise Gebühren erhoben werden, würde der Dienst wohl einige potentielle Nutzer abschrecken.

Aber der Erfolg oder Misserfolg des Zuges wird wegweisend für Last.fm’s Konkurrenten und andere Branchengrößen sein. So macht der RWW-Artikel zum Beispiel Hoffnungen auf eine Exportstrategie für Hulu, dem Streaming-Dienst von NBC und Fox, der Fernsehserien und Filme in den USA frei zur Verfügung stellt. Europäische IPs werden leider geblockt, obwohl hier viele Scrubs, Jay Leno & Co. folgen würden. Die Finanzierung über eine kleine Gebühr wäre durchaus vorstellbar, solange Hulu in unseren Breitengraden noch keine Werbepartner finden kann.

via ReadWriteWeb

Neue Webserie kombiniert Musik, TV und Internet

17.03.09  Ein Kommentar

Der Ansatz ist sehr gut, wenn auch ein wenig plump auf die Zielgruppe zugeschnitten: Eine Webserie, deren Charaktere junge, medienaffine Leute sind, die in einem Club Geschichten im Stil von O.C., California erleben und im Hintergrund jeweils einer (Indie-)Band zuhören.
Die Umsetzung, so zeichnet es sich nach immerhin 6 Folgen ab, scheint gelungen, aber ebenso lückenhaft.

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iPod touch verbrennt Schüler

13.03.09  kommentieren

Ich habs schon immer gesagt: Finger weg vom iPod touch! Der ist nicht nur sinnlos, weil er wie ein iPhone, bloß ohne Phone ist, sondern kann auch noch für ernsthafte Schäden sorgen. So geschehen in Cincinnati, im US-Bundesstaat Ohio. Dort verklagt Mutter die Firma Apple und zehn Angestellte eines Apple Stores auf Schadensersatz, nachdem der “iTouch”, wie er in den Gerichtsunterlagen genannt wird, bei ihrem Sohn erheblichen Schaden verursachte.

Angeblich explodierte der Multimedia-Player in der Hosentasche des Schülers, obwohl er das Gerät ausgeschaltet hatte. Der Junge fühlte eine “burning sensation” und rannte sofort auf die Toilette, wo er sich, unter Hilfe eines Freundes, seine brennenden Hosen vom Leib riss. Der iPod touch hatte sich bereits durch die Hose des Klägers und dessen Nylon-Unterwäsche gebrannt, was ihm Verbrennung 2. Grades am Oberschenkel zufügte.
Zwar zweifeln die Nerds bei Ars Technica ein wenig an der Story, weil Nylon erst bei 185 Grad Celsius zu schmelzen beginnt. Da jedoch Feuer und eine Explosion im Spiel gewesen sind, bleiben die genauen (physikalischen) Umstände schwer nachvollziehbar und damit uneindeutig.

Der Sohn der Klägerin habe nun nicht nur physischen Schaden von dem Unfall davongetragen, sondern leide auch unter mentalen, emotionalen und anderen Schmerzen – für den Rest seines noch so jungen Lebens. Die Familie sei vor dem Kauf nicht vor einer solchen Gefahr gewarnt wurden, wobei die 10 Angestellten nicht nur die Aufgabe hätten das Gerät zu testen, sondern auch auf derartige Gefahrenquellen aufmerksam zu machen.
Die Mutter fordert nun rund 75.000 US-Dollar (rund 58.000 €) Schadensersatz sowie weitere 75.000 $ Strafe zzgl. der Anwaltskosten.

Eine Stellungnahme zu dem Fall seitens Apple gibt es bislang nicht. Ich für meinen Teil habe meinen iPod bereits vorsorglich der Müllentsorgung zugeführt und die kommunalen Mitarbeiter davor gewarnt, ihn sich in die Tasche zu stecken.

via Ars Technica, Gizmodo

DSDS – eine umkämpfte Marke

13.03.09  Ein Kommentar

Deutschlands wohl erfolgreichster Free-TV-Sender RTL kämpft um eines seiner größten Aushängeschilder, “Deutschland sucht den Superstar” (DSDS). Gleich an zwei Fronten geht man rigeros zur Sache: Auf YouTube und MyVideo lässt man Ausschnitte der Sendung löschen und bei der Fanseite DSDS-News.de kennt man keine Gnade und will nicht nur die Schließung, sondern auch gleich die Domain.
Inwieweit das wirklich gerechtfertigt ist erfahrt ihr bei myoon.

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Neuer iPod shuffle kann Sprechen

11.03.09  2 Kommentare

Ich bin selbst iPod-Fan und -Benutzer, aber das hier ist eine dieser Apple-Ideen, die die Welt nicht gebrauchen kann und sich in letzter Zeit sogar häufen.
Heute hat man der Weltöffentlichkeit den neuen iPod shuffle vorgestellt. Der shuffle als Exokt unter den Musik-Playern verzichtete seit jeher auf ein Display, ist dafür aber so klein, dass er überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Da der Name “shuffle” (zufällige Wiedergabe) Programm ist, war ein Display auch nicht zwingend notwendig. Wer darauf verzichten kann – was ich leider nie so recht nachvollziehen konnte – wird das neue Stück für eine spitzen Neuerung halten. Und zugegeben: C’est tres, tres chique.

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Muziic könnte MTV ersetzen, aber ist es legal?

09.03.09  kommentieren

In der Blogosphäre hat die Applikation schnell die Runde gemacht. Ein 15 jähriger Teenie programmiert ein erstaunlich cooles Programm, das den Zugriff auf Musik und -videos so einfach macht wie selten zuvor macht. David Nelson verspricht es sei nicht nur kostenlos, sondern auch 100% legal. Aber die Wahrheit scheint weit ab davon zu liegen.

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UMG + YouTube = Premium Musik Videos

05.03.09  2 Kommentare

Ich hatte bereits im vergangenen Jahr darüber berichtet, dass die Universal Music Group (UMG) ein eigenes Video-Premium-Portal plant. Der damalige Untertitel hieß “Weniger YouTube, mehr Werbeeinnahmen”. Letzteres bleibt wohl weiterhin ein kräftiger Bestandteil der Bemühungen. “Weniger YouTube” stellt sich aber als gänzlich falsch heraus, denn heute wurde bekannt, dass die UMG und die Google Tochterfirma kurz vor einem Deal für ein Projekt namens “Vevo” stehen.

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