Werte 2.0: Diskussion auf der c/o pop als komplettes Video
 

Da ich bereits auf die Diskussion "Werte 2.0 – geistiges Eigentum vs. Netzkultur" auf der diesjährigen c/p Pop hingewiesen habe, möchte ich nun auf den kompletten einstündigen Videomitschnitt dieses Panels aufmerksam machen.

Dass Christian Hofgard von der Piratenpartei einen schweren Stand bei der recht interessanten und teilweise hitzigen Debatte haben würde (auch von Seiten des Publikums) war wohl unvermeidlich und auch selbst verschuldet. Auf die Frage von Mark Chung (Minute 39), ob er es Ok findet, wenn das Album von U2 bereits Wochen vor der Veröffentlichung durchs Netz geistert, wich der Blogger (klarmachen zum ändern) umständlich aus. Sein Hinweis, diese Frage nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantworten zu können machte sein unentschlossenes Statement nicht besser. Auch seine Meinung, Musik sei aus digitaler Sicht lediglich ein Sache von Einsen und Nullen stiess (obwohl technisch richtig) auf wenig Begeisterung. Denn es ging bei der Diskussion schliesslich um Werte.

Wacker dagegen schlug sich gulli-Schreiber Lars Sobiraj. Er kritisiert zu Recht die Monopolstellung der GEMA und ihre arrogante Verhandlungsposition. Desweiteren wurde der Verteilungsschlüssel der GEMA angeprangert und dessen Vertreter Georg Oeler die Frage gestellt, wann sich die deutsche Verwertungsgesellschaft endlich den Creative Commons Lizenzen öffnet.

Im Verlauf der Disskusion wird sehr deutlich, wie verhärtet teilweise die Fronten zwischen Verwertern und Kreativen auf der einen und Usern auf der anderen Seiten sind. Niemand will, dass Künstler geldlich leer ausgehen und trotzdem konkurriert paradoxerweise jedes neues Geschäftsmodell mit der Kostenlosvariante. Gerade solche Diskussionen sind momentan immens wichtig und werden hoffentlich in nächster Zeit weitergeführt.

Mehr Infos und Meinungen zur Diskussion

gulli: die Kreativwirtschaft traf auf ihre Kritiker
musikpirat: c/o pop – Werte. 2.0 – Gesitiges Eigentum vs. Netzkultur – ein Kommentar

Auch interessant:

pop culture 2.0 – Breitband auf der c/o pop


MySpace kauft iLike

MySpace kauft iLike

20.08.09 Neue Wege im Kampf gegen Facebook

von   3 Kommentare

 

MySpace gelingt ein erster Schlag gegen Facebook. Das Unternehmen, welches zu Rupert Murdochs News Corp. gehört, gab nun offiziell bekannt, dass es iLike übernehmen wird. Für geschätzte 20 Millionen US-Dollar (rund 14 Mio. Euro) dürfte man dem ärgsten Konkurrenten einen gehörigen Schrecken eingejagt haben. Zugegeben: Der Deal kommt nicht gerade überraschend, berichten doch schon verschiedene Quellen die ganze Woche über die Verhandlungen. Allerdings war iLike bislang zentrales Merkmal der musikalischen Sparte von Facebook.

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Funktioniert werbefinanziertes Web Smart Radio?
 

Der Strategiewechsel im Hause iLike wirft Fragen auf, ob werbefinanzierte Web Smart Radios (sprich Dienste wie Last.fm oder Steereo) überhaupt funktionieren können. iLike, das besonders durch seine Applikationen in großen sozialen Netzwerken, wie Facebook oder Bebo, Millionen Anhänger gefunden hat, soll schon sehr bald seinen eigenen Music Store starten. Man sei bei min. drei der vier Major Labels zu Vertragsabschlüssen gekommen. Bislang verlinkt der Dienst, bei dem man Musik empfohlen bekommt, nur auf Amazon und iTunes.

Nach eigenen Angaben des iLike CEO, Ali Partovi, läuft das Werbegeschäft gut, seit 8 Monaten habe man einen positiven Cashflow. Jedoch ist der Markt in einer Finanzkrise äußerst instabil und Werbekunden kürzen immer mehr Ausgaben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Nutzer beim Hören schlichtweg nicht gebannt auf eine Anzeige schauen, sondern das Web Smart Radio als Nebenbei-Medium nutzen.

Dabei könnte iLike zu einem besseren iTunes-Herausforder werden, als es Microsoft, MTV oder Wal-Mart in den USA waren. Die Letztgenannten mussten schon nach kurzer Zeit merken, dass sie dem Platzhirsch nicht das Wasser reichen konnten. iLike zehrt hingegen von über 120 Mio. Unique Usern pro Monat, denen stets neue Musik empfohlen wird – etwa durch Freunde, über Video Botschaften oder Tweets ihrer Lieblingsbands.
Und viel mehr als zu hoffen, die Kundschaft von iTunes wegzulocken bleibt – ohne ein innovatives Verkaufsmodell – auch nicht.

Absolut kostenlose und werbefinanzierte Web Smart Radios schießen derzeit aus allen Ecken und Enden. Mit Steereo, imeem, Last.fm & Co. ist der Markt gut besetzt. Einige setzen sicherlich auf Premium Accounts, andere eben auf eigene Stores. Klar scheint, dass reine Werbung keine roten Zahlen bringt.
Nicht zuletzt zeichnet sich der Kampf gegen den Riesen iTunes als schwierig ab. Einzig Amazon’s MP3-Laden konnte dank günstigeren Preisen und einfacher Handhabung Boden gut machen. Hierzulande kann sich Musicload einigermaßen behaupten.

Für Web Smart Radios heißt es nun aber: “Think fast.” Die Phase der Marktkonsolidierung hat schon längst begonnen. Wer nicht schaltet, muss schließen.

via CNET


Junge Menschen wollen Abo-Musik

Junge Menschen wollen Abo-Musik

13.08.09 ...setzen bislang aber lieber auf P2P

von   kommentieren

 

Eine Studie aus Großbritannien enthüllt die Bedürfnisse und Gepflogenheiten der heutigen Jugend in Bezug auf ihren Musikkonsum. Das Verhältnis der 14-24-Jährigen zu ihrer Musik ist komplex. Na, wer hätte das gedacht?

Musik ist nach wie vor die wichtigste Unterhaltungsform. 86% der Jugendlichen haben schon einmal, für einen Freund, eine CD gebrannt. 75% haben Musik schon via E-Mail oder Bluetooth übertragen und mehr als die Hälfte hat bereits den gesamten Musikkatalog eines Freundes kopiert.
61% der Befragten nutzt P2P um an Musik zu kommen. Somit lässt sich also festhalten, dass der Großteil der konsumierten Musik heutzutage eher selten aus legalen Quellen stammt. Nichts desto trotz ist die Bereitschaft hoch, sich auf rechtlich einwandfreien Weg Songs zu beschaffen. Satte 85% der P2P-Downloader hat Interesse für einen All-You-Can-Listen MP3-Download-Dienst zu bezahlen. Beeindruckend ist, dass die überwältigende Mehrheit der Jugendlichen ganz gut über das Urheberrecht Bescheid weiß. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass das Verteilen Copyright-geschützter Daten illegal ist – sie ignorieren es nur zu gerne.

Die Zukunft – zumindest für die britische Musikindustrie – ist damit, einmal mehr, deutlich vorgezeichnet. Dienste, bei denen man sich nur einzeln Songs oder Alben laden kann, sind out. Genauso könnten die P2P-Sharer bald der Vergangenheit angehören. Wichtig sind innovative Abo-Modelle, die dem Nutzer einen uneingeschränkten Zugriff auf einen großen MP3-Katalog erlauben. Dabei sollten die Daten-Restriktionen natürlich so gering wie irgend möglich sein, denn fast 90% der Befragten halten die Übertragung zwischen mehreren Geräten (etwa PC und Handy) für äußerst wichtig.

Also Jungs, nehmt euch ein Beispiel. Wir wollen Besseres als Nokia Comes With Music sehen!

via hypebot
Foto von flattop341, lizensiert unter cc.


SellYourRights: Musik präsentieren-Bieten-Veröffentlichen

SellYourRights: Musik präsentieren-Bieten-Veröffentlichen

12.08.09 Eine Win-Win Situation für Musiker und Käufer?

von   5 Kommentare

 

Eine Frage, die vielen Musikern als auch Fans auf den Nägel brennt lautet:
Ist eine effiziente und lukrative Ökonomie digitaler Medien im Internet möglich ohne dabei die Urheberrechte durch grenzwertige Überwachungsmethoden zu verschärfen?

Die in Frankfurt am Main ansässige SellYourRights GmbH will mit ihrer gleichnamigen Vermarktungsidee SellYourRights beweisen, dass es funktionieren kann. Das Ziel der Macher: Eine freie und unkontrollierte Nutzung digitaler Medien im Rahmen von Creative Commons Lizenzen zu ermöglichen und gleichzeitig die kreativen Anbieter von digitalen Produkten angemessen zu entlohnen. Wie dieser auf den ersten Blick komplizierte Spagat konkret und hinsichtlich der Musikvermarktung aussehen soll, möchte ich kurz erläutern.

Bei SellYourRights bieten Musiker ihre digitalen Produkte dem gesamten Markt zum Kauf an. Das bietet ihm als auch den Käufern Vorteile. Der Anbieter sichert sich sein finanzielles Interesse am Produkt direkt bei einer Veröffentlichung, dem Käufern werden umfangreiche Nutzungsrechte eingeräumt.

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c/o pop 2009: "Pop Culture 2.0"

c/o pop 2009: "Pop Culture 2.0"

11.08.09 Vom 12.-16. August in Köln

von   Ein Kommentar

 

Morgen startet in Köln die c/o pop in ihre sechste Runde. Das Motto des diesjährigen Branchentreffs lautet "Pop Culture 2.0". Dabei wollen die Veranstalter vor allem die Diskussionen zu den aktuellen und tiefgreifenden Veränderungen der Kreativwirtschaft ankurbeln und stellen die Musik dabei bewusst in den Mittelpunkt.

Dafür wurde die "c/o pop convention", ein neuer Business-Bereich geschaffen. In über 20 Panels, Diskussionen und Vorträgen, Workshops und Präsentationen will die c/o pop 2009 an zwei Tagen (13./14.8.) die perfekten Vorraussetzungen für einen branchenübergreifenden Austausch von neuen Ideen und Perspektiven bereitstellen.

Besonders spannend dürfte am 13. August die Podiumsdiskussion mit dem Titel “Werte 2.0 – Geistiges Eigentum vs. Netzkultur" werden. Teilnehmer der Diskussion sind Mark Chung (Geschäftsführer, Freibank Musikverlags- und -vermarktungs GmbH), Christian Hufgard (Pressesprecher, Piratenpartei), Lars Sobiraj (Chefredakteur, gulli.com), Georg Oeller (Vorstandsmitglied, GEMA), Stefan Herwig (Geschäftsführer Dependent, Mindbase). Johnny Haeusler (Spreeblick) wird die kontroversen Meinungen moderieren. Die c/o pop filmt die Diskussion und stellt sie im Anschluss als Download zur Verfügung.

Auch musikalisch wurde mehr geklotzt als gekleckert. Hier einige Highlights des beeindruckenden Festivalsprogramms.

The Whitest Boy Alive, Hercules & Love Affair, Ricardo Villalobos, Beirut, The Notwist & Andromeda Mega Express Orchestra, Patrick Wolf, Gonzales, Bloody Beetroots, Ellen Allien, GusGus, Trentemøller, Black Lips, Michael Mayer, Bonaparte, Kreidler, Matias Aguayo, Mathew Jonson, Paul Kalkbrenner u.v.m.

www.c-o-pop.de


Mobile Streaming für alle, ohne Download

Mobile Streaming für alle, ohne Download

29.07.09 Orange UK launcht ungewöhnlichen Service

von   kommentieren

 

Mobiles Internet soll die Zukunft sein? Pustekuchen. Neue Musik und Handys lassen sich auch anders vereinen. Orange UK, eine Tochter der France Télécom, lanciert heute zusammen mit Universal seinen Mobile Unlimited Streaming Dienst “Monkey”. Während Nokia mit Comes With Music auf Download und Spotify auf Streaming setzt, geht Monkey ganz andere Wege. Die junge Zielgruppe soll an ihre Musik schlichtweg per Anruf kommen. Ob das klappen kann?

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UPDATE — Spotify’s iPhone App: Der Killer?

UPDATE — Spotify’s iPhone App: Der Killer?

28.07.09 Musikstreaming auch für offline

von   4 Kommentare

 

Bislang gibt es bereits einige iPhone Applikationen, denen der geneigte Nutzer Musik via Streaming entlocken kann. Wer unterwegs dann aber außerhalb des Empfangsbereiches gerät oder gar nicht erst das mobile Internet nutzen will, steht ohne etwa da. Der schwedische Streamingdienst Spotify bringt nun eine App auf den Markt, die nicht nur dieses Problem lösen könnte. Vielmehr wird sie als iPhone Killer gehandelt, weil sie eben nicht nur Streaming, sondern auch den unkomplizierten Download eines Titels ermöglicht. Ob das die Jungs aus Cupertino aber zulassen, ist fraglich.

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Trekstor insolvent

Trekstor insolvent

27.07.09 Rettung soll möglich sein

von   kommentieren

 

Trekstor, ein Hersteller und Händler für tragbare Abspiel- und USB-Geräte, hat beim Gericht in Darmstadt Insolvenz angemeldet. Den Geschäftsbetrieb soll nun ein Insolvenzverwalter fortführen. Die Zeichen für eine Rettung des in Schieflage geratenen Unternehmens stehen aber gut.

Ziel der Sanierungsbemühungen ist, die Arbeitsplätze zu sichern und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Bemerkenswert für die Branche ist die Tatsache, dass das Unternehmen seine Produkte zum größten Teil am Sitz des Unternehmens in Lorsch fertigt. Ein Großteil der 120 Mitarbeiter wird in Deutschland beschäftigt, weitere Standorte befinden sich in Großbritannien und Italien. Auf eine Verlagerung der Produktion ins Ausland wurde in der Vergangenheit im Hinblick auf die Qualität der Produkte und der Unterstützung der Region konsequent verzichtet, heißt es in einer Presseerklärung.

Der vorläufige Insolvenzverwalter ist aufgrund der vorgefundenen Voraussetzungen optimistisch. Rechtsanwalt Dr. Jan Markus Plathner betont aber: „Ein tragfähiges Sanierungskonzept bedarf der Unterstützung aller Beteiligten – insbesondere der Kunden und der Lieferanten“. Mit der Hausbank des Unternehmens sei schon Kontakt aufgenommen wurden, die Zeichen stünden gut.

Geschäftsführer Daniel Szmigiel hatte Trekstor 2001 in Hessen gegründet und es bis 2006 auf einen Umsatz von über 200 Millionen Euro gebracht. Aufsehen erregte eine unglückliche Namensgebung: Ein schwarzer MP3-Player aus der i.Beat-Reihe wurde in einer Pressemeldung als i.Beat blaxx angekündigt, was so ausgesprochen wird wie „I beat blacks“ (Ich schlage Schwarze). Nachdem der Fehler in den Blogs die Runde drehte, wurde der Name geändert.

via Trekstor, Wikipedia


Kazaa: Jetzt legal und dank DRM unattraktiv

Kazaa: Jetzt legal und dank DRM unattraktiv

20.07.09 Die Zukunft sieht hoffentlich anders aus

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Wenn man sich das Vorgehen der Plattenindustrie hinsichtlich der P2P Tauschbörsen anschaut, dann kann einem schon schlecht werden.
Erst werden sie durch Klagen und astronomische Strafzahlungen dichtgemacht und einige Zeit später tauchen eben jene als legale Musikdienste wieder auf und sollen als sprudelnde Geldquellen funktionieren. Nach Napster trifft dies nun auch auf Kazaa zu.

Die Tauschbörse wurde 2006 juristisch in die Knie gezwungen und geschlossen. Wer weiterhin Musik kostenlos beziehen wollte zog weiter.
Nun, drei Jahre später soll Kazaa als legaler Musikdienst mit einem unattraktiven Abomodell in den USA an den Start gehen. Unattraktiv, weil die insgesamt 1 mill. Songs (vorrangig aus den vier Major Katalogen) mit der kundenunfreundlichen DRM-Beschränkung behaftet sind.

Die Songs können zwar beliebig oft runtergeladen, aber nur auf maximal 3 PCs genutzt werden. Somit können die Abonnenten die Songs nicht auf ihre mobilen Player rüberschieben. Nächster Wehrmutstropfen: Wer das Abo kündigt, der kann die Songs dank DRM auch nicht mehr abspielen. Für dieses Angebot soll der Nutzer übrigens 20$ monatlich berappen. Dafür gibt es natürlich reichlich Klingeltöne.

Dieses Abomodell wird hoffentlich keine Zukunft haben, denn es ist wie ein Kommentator bei heise feststellt ein "Knebel-Portal mit einem schlechten Geschäftsmodell".

via heise & gulli